Citizen Art Days · Bürger machen Kunst

Kooperative Kunststrategien und Beteiligungspotenziale im öffentlichen Raum

12.09.13
Vom 27. September bis 7. Oktober 2013 finden wiederholt die Citizen Art Days (CAD) in Berlin statt. Wieder werden Künstler, Bürger und Stadtakteure gemeinsam forschen und agieren. Für zehn Tage steht der kunstferne und schwellenarme Raum der Markthalle Neun in Kreuz- berg allen Beteiligten für Gespräche, Workshops, Performances, Installationen und Präsentationen zur Verfügung.

Bildhaft und im übertragenen Sinn steht der Ort des Marktes für die Fragen des Miteinanders, des Aushandelns von Prozessen sowie für die Fragen von Ökonomie und Nachhaltigkeit. Der Markt ist Spiegel für das Wirken einer Gesellschaft. In krisenbelasteten Zeiten wird die Entwicklung von erfolgreichen Formen eines konstruktiven Miteinanders drängender. Integrative Partizipationsformate zu gestalten wird nicht nur zu einer hiesigen, sondern auch zu einer globalen Herausforderung.

Die 122 Jahre alte Markthalle Neun in Kreuzberg ist ein bunter Markt, auf dem Lebensmittelkultur, -handwerk und -qualität gelebt, vermittelt und diskutiert werden. Seit ihrer Wiederaktivierung bilden sich hier vor allem demokratische Prozesse und alternatives Wirtschaften ab. Ein geeigneter Ort für die Auseinandersetzung mit unserem diesjährigen Themenschw- erpunkt einer angewandten Postwachstumsökonomie. Die CAD fragen, welches Potenzial künstlerisch-kulturelle Beteiligung für neue Formen gesellschaftlicher Teilhabe bietet.

Zum Hauptprogramm gehört die englische Künstlerin Shelley Sacks. Zusammen mit dem Philosophen Wolfgang Zumdick initiiert sie mehrere zwölfstündige »Frame Talks«, um das Bewusstsein jedes Einzelnen für die Mitverantwortung bei der Gestaltung unserer Gesellschaft und unseres Planeten zu schärfen. Die Künstlergruppe Reinigungsgesellschaft gründet in der Markthalle Neun das »Migration Learning Center«. Können und Leben von Flüchtlingen des Lagers am Oranienplatz werden sichtbar. Die international bekannte Musikkünstlerin Sigune von Osten konzipiert und leitet einen »Musicircus«; eine Idee von John Cage für den öffentlichen Raum. Andreas Wegner bringt lebendige Tiere ins Zentrum des Marktgeschehens. Jaana Prüss präsentiert einen »Markt der Fähigkeiten« mit der Beteili- gung zahlreicher Initiativen. Folke Köbberling transformiert Discounter zu Marktständen.
Neu im Programm ist der »Bürgercampus«: Über einen Open Call konnten Bürger ihre Projekte in die CAD 2013 einbringen. Die Künstlerin Susanne Bosch betreut diese Projekte.

Vorträge, Stadterkundungen und Dialogformen bereichern das Programm. Alexander Dill präsentiert den Sozialklimaindex Berlin. Johannes Stüttgen und André Stern verbinden die Felder Demokratie und Bildung. Ein Tag zur »angewandten Postwachstumsökonomie« bringt Künstler und Stadtinitiativen mit ihren Projekten in einem Symposium zusammen. Kristina Leko präsentiert ihr preisgekröntes Kunstprojekt über kroatische Milchfrauen; ihr Vortrag schliesst mit einer Käse-Verkostung ab. Marjetica Potrč bringt ihre Studenten aus Hamburg – zum Zeitpunkt der CAD 2013 im Austauschprojekt in Belgrad – mit dem anwe- senden Publikum ins Gespräch. Van Bo Le-Mentzel stellt sein »Unreal Estate House« vor. Robert Strauch führt in den Dragon-Dreaming-Prozess ein. Mutarlabor bieten performative Strategien für den Umgang mit sozialen Ängsten an. Christiane ten Hoevel lädt zu einem »Eranosdialog« ein. David Koser und id22, »querstadtein - Obdachlose zeigen ihr Berlin« und der »Kanuclub zur Erforschung der Stadt« bieten mit ihren persönlichen Perspektiven ganz unterschiedliche Stadtexkursionen an.

Zum Auftakt am 27. September um 19 Uhr trägt Michael Opielka, Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, zur Postwachstumskritik vor. Eine »gemeinsame Bewegung«, initiiert von Stephan Kurr, rundet diesen Abend performativ ab.

Der Veranstaltungsort des Marktes ist für die Citizen Art Days 2013 ausgewählt worden, da er bildhaft und im übertragenen Sinn für die Fragen des Miteinanders, des Aushandelns von Prozessen sowie für die Fragen von Ökonomie und Nachhaltigkeit steht. Der Markt ist Spiegel für das Wirken einer Gesellschaft. In krisenbelasteten Zeiten wird die Entwicklung von erfol- greichen Formen eines konstruktiven Miteinanders drängender. Integrative Partizipationsfor- mate zu gestalten wird nicht nur zu einer hiesigen, sondern auch zu einer globalen Herausforderung.

Citizen Art Days ist von der Künstlergruppe Parallele Welten (Stefan Krüskemper, María Lin- ares, Kerstin Polzin) initiiert und kuratiert und durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Die Teilnehmer der Citizen Art Days sind herzlich eingeladen, neue Beteiligungsformen für den »Gesellschaftsmarkt der Zukunft« zu erproben. Die Kunst, die an den zehn Tagen ent- steht und für die das CAD-Team sich einsetzt, kann nur erlebt werden.

Seien Sie dabei! Nehmen Sie sich die Zeit!
www.citizenartdays.de

Ein Projekt von Stefan Krüskemper, María Linares und Kerstin Polzin. Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
www.CitizenArtDays.de, info CitizenArtDays.de

Pressekontakt

info citizenartdays.de
Stefan Krüskemper +49 [0] 700. 280 30 280
María Linares +49 [0] 30. 23 48 06 35
Kerstin Polzin +49 [0] 151. 216 70 177

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