Bürgercampus Projekte

Die Citizen Art Days 2013 suchten in ihrem »Bürgercampus« Projekte, die dem Gemeingut, der Stärkung lokaler wie regionaler Selbstversorgung dienen und eine Alternative zu industriellen, insbesondere global arbeitsteiligen Wertschöpfungsprozessen darstellen.

Eingeladen waren Menschen, Gruppen und Initiativen auf lokaler oder regionaler Ebene, kreative Projektideen einzureichen.

Für die Entwicklung, Organisation und Realisierung der Projekte wurde eine Betreuung durch die Künstlerin Susanne Bosch angeboten.

Projekte für den Bürgercampus entwickeln:

Jessica Carson mit der Vor-Ort-Unterstützung von Larisa Cataño

Imagine That · »Imagine That« (»Stell dir mal vor«) handelt davon, wie man kreative Arbeitsideen und die Motivation für Veränderungen in die Welt streut. Während der Citizen Art Days wird Jessica Carson in einem kleinem Marktstand in der Markthalle Neun Kunstwerke herstellen und verschenken. Da es sich um einem offenen Workshop handelt, können Besucher jederzeit in ihrem Stand mitarbeiten.

Elisa Garrote Gasch
Repair Café (Von und mit KUNST-STOFFE e.V.) · Das »Repair Café« ist ein Hilfe-zur-Selbsthilfe-Konzept. Ehrenamtliche Helfer unterstützen dabei, so viel kaputte Geräte und Gegenstände wie möglich selbst reparieren zu können. Die Praxis hat gezeigt, dass nach den ersten Schrauben am Gehäuse die Hemmungen fallen und die Gäste danach gerne den Schraubendreher und mit etwas mehr Eingewöhnung sogar den Lötkolben in die Hand nehmen. Außerdem können sich die Gäste auch gegenseitig helfen!
Montag, 30. September 2013, 15 - 19 Uhr, Markthalle Neun

Hanns Heim
Gärtnern in der Stadt – ja, aber wo? Eine Führung zu diversen Plätzen der Umgebung – Realitäten und Utopien · Noch hat die Vorstellung von (teilweiser) Selbstversorgung in der Stadt kaum Stellenwert in der Politik und in der Verwaltung, auch nicht bei Architekten und Stadtplanern. Planung von unten ist angesagt. Anhand einiger Fallbeispiele aus der Umgebung der Markthalle sollen entsprechende Utopien entwickelt werden – ein Prozess, der sicher länger dauert als die Citizen Art Days.
Sonntag, 29. September, 14 Uhr, Markthalle Neun

Rob Ireson mit der Vor-Ort-Unterstützung von Carla Schulte-Fischedick


Temporary Liminal Zone · Die Intervention »Temporary Liminal Zone« (»Temporärer Grenzbereich«) schafft mithilfe einer improvisierten Performance der Klangkünstlerin Caroline Pugh eine mobile ausdehnbare Raumzone, die es Menschen ermöglicht, aus ihrer Alltagserfahrung herauszutreten und Transzendenz zu erforschen. Wenn man sich einmal auf sie eingelassen hat, erschaffen die Aktivitäten in der ausdehnbaren Zone eine alternative Realität abseits der außerhalb wahrgenommenen, und es entstehen Fragen, Wünsche und eine auffällige Geistesabwesenheit.

- http://www.startnext.de/inflatable-intervention

Joanna Karolini und Eimear Quiery mit der Vor-Ort-Unterstützung von Angélica Chio

Tent Upcycling Workshop (»Workshop zum Recyceln von Zelten«) · Hunderte Zelte werden verstörenderweise nach Musikfestivals zurückgelassen und erhöhen so Jahr für Jahr den Müllberg. Das Projekt »Belfast Rain« recycelt solche Zelte, indem es aus ihnen regenabweisende Röcke herstellt. Die Gründer von Belfast Rain versuchen mit ihrem Projekt, eine Balance zwischen dem Künstler- und dem Hersteller- bzw. Technikerdasein zu erreichen: einen Zugang zu Arbeit zu finden um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten – nützlich zu sein. In Berlin werden Joanna Karolini und Eimear Quiery einen Marktstand aufbauen und darin einen offenen Näh-Workshop anbieten.

Stefan Ludwig

Wildkräuterwanderung · Bei der Wanderung zeige ich den Teilnehmern die Wildkräuter und Wildfrüchte der Jahreszeit sowie ihre Verwendung in der Küche und als Hausmittel gegen beginnende Krankheiten. Die Kräuter werden anschließend in der Markthalle zu Gerichten verarbeitet. Jeder Teilnehmer sollte ein Glas mit Deckel mitbringen, um sich seinen eigenen Kräuteressig anzusetzen.

Hermann Marbe mit der Vor-Ort-Unterstützung von Nina Thorwart


Shopping Trolley Project · Das »Shopping Trolley Project« (»Einkaufstrolley-Projekt«) benutzt Einkaufstrolleys als Vehikel, um mit Menschen, Geschichten, dem Leben in der Stadt und den vielen faszinierenden Aspekten und Konzepten, die mit Einkaufstrolleys zusammenhängen, in Verbindung zu treten. Bei den Citizen Art Days geht es Hermann Marbe und Nina Thorwart nun darum, den Menschen in Berlin näherzukommen. Sie werden auf die Straße gehen, Geschichten sammeln und Menschen einladen, mit ihnen in die Markthalle Neun zu kommen, um dort zusammen kreativ zu werden.

- http://www.startnext.de/trolley

Jaana Prüss


fair-handeln – 111 mal Zukunftsfähigkeit · Der »Marktführer: fair-handeln« stellt neben Rezepten und Handlungsanleitungen eine Sammlung beispielhafter Projekte vor, die Modelle wie »Leihen statt Besitzen«, »Selbermachen statt Kaufen«, »Reparieren, Umwandeln und Aufwerten statt Wegwerfen« oder eine Tauschökonomie praktizieren. Im Zentrum steht dabei, nützliches Wissen zum Handeln (ohne Konsum) zu vermitteln. Eine Sammlung von Orten, Möglichkeiten und Tipps für Zukunftsfähigkeit.

- http://www.startnext.de/111-x-zukunftsfaehigkeit

Christiane ten Hoevel und Andreas Mayer-Brennenstuhl


Stehende Demonstration · Wir wollen euch zu einer »stehenden Demonstration« einladen, die sich um die Frage dreht, wie wir in die Postwachstumsgesellschaft hineinwachsen können. Wir wollen von euch wissen, welche vielleicht noch unmöglich erscheinenden Ideen ihr habt. Dabei halten wir uns an Robert Musil, der gesagt hat: »Wenn es Wirklichkeitssinn gibt, dann muss es auch Möglichkeitssinn geben«. Diesem visonären Denken wollen wir mit einem Schilderwald ein sichtbares Denkmal setzen.

- http://www.startnext.de/stehende-demonstration

Mehr zur Idee des Bürgercampus.